Bedürfnis

Eine auf ein bestimmtes Objekt gerichtete Antriebskomponente (Antrieb, Trieb, Zwang, Bedarf, Wunsch) und damit mit handlungsanregender und -orientierender Wirkung. Voraussetzung für das Entstehen von Motiven.

Bedürfnisse werden in der Regel als Mangel erlebt und sind je nach Stärke und Intensität ihres Auftretens (Bewußtwerdens) von Emotionen begleitet. Die Einteilung der Bedürfnisse z. B. in primäre, angeborene (vitale) auf der einen und sekundäre, erworbene auf der anderen Seite wird neueren motivationstheoretischen Erkenntnissen nicht gerecht, da davon ausgegangen werden kann, daß menschliche Bedürfnisse (auch die sogenannten primären) grundsätzlich durch Lernvorgänge vermittelt sind. Alle Bedürfnisse sind in ihren konkreten Inhalten und Äußerungsformen durch die historische Entwicklung des Menschen bedingt. Bedürfnisse werden im Prozeß der Tätigkeit (beim Spielen, Lernen, Arbeiten, Sporttreiben) befriedigt; gleichermaßen entstehen sie im diesem Prozeß neu, entwickeln und differenzieren sich. In der sportlichen Tätigkeit können Bedürfnisse u. a. entstehen oder sich verändern durch einen Wandel der mit dem Sporttreiben verbundenen subjektiven Erwartungen, durch gewachsenes sportliches Leistungsniveau oder einen neuen Bezugsrahmen der Leistungsbewertung. Die Bedürfnisse, die in der sportlichen Tätigkeit (vom Schulsport über den Breiten- sowie den Behindertensport bis hin zum Hochleistungssport) befriedigt werden können, sind äußerst vielfältig. Sie reichen vom Bedürfnis nach Geselligkeit, sozialem Kontakt, Erhaltung der Gesundheit bis hin zum Bedürfnis nach Leistung, subjektiver Anerkennung und Erfolg. [37]

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