Beobachtung

Nach methodischen Gesichtspunkten planmäßig gestalteter Prozeß der Wahrnehmung.

In der Sportpraxis und Sportwissenschaft augewandte Kontroll- und Untersuchungsmethode zur Erfassung des Verlaufs und der Merkmale sportlicher Handlungen, des Verhaltens der Sportler in Training und Wettkampf sowie des Ausprägungsgrades von Leistungsvoraussetzungen. Beobachtung wird auch als didaktisches Mittel im Training eingesetzt. Unterschieden wird in Fremd- und Selbstbeobachtung. Im sportlichen Training kommt der Fremdbeobachtung mittels optischer Wahrnehmungen ein hoher Stellenwert zu. Die Selbstbeobachtung erfolgt vor allem über kinästhetisch-taktile Wahrnehmungen. Die Beobachtung wird als Wettkampfbeobachtung und Trainingsbeobachtung durchgeführt und dabei zur Diagnose· des Ausprägungsgrades der sportlichen Technik und der Taktik eingesetzt. Sie ist für die Beurteilung sportlicher Leistungen und der Ausprägung von Leistungsmerkmalen und -voraussetzungen in allen Sportarten eine anerkannte und aussagefähige Untersuchungsmethode. Durch vorgegebene Beobachtungskriterien kann die Beobachtung in hohem Maße quasiobjektive Werte ermitteln. Dazu ist erforderlich:

  • klar definierte Auswahl weniger Beobachtungsinhalte für jeden Beobachter;
  • Kriterien und – nach Möglichkeit- eine Skalierung der zu beobachtenden Merkmale;
  • geschulte Beobachter.

In der sporttechnischen Ausbildung dient die Beobachtung der qualitativen Erfassung und Einschätzung von sportlichen Bewegungsvollzügen. Sie kann durch direkte Beobachtung oder über visuelle (audiovisuelle) Aufzeichnungsmethoden erfolgen. Voraussetzung für die Anwendung der Beobachtung ist das Vorhandensein eines Leitbildes (Sollwert) und die Fähigkeit des Beobachters, auf der Grundlage geschulten Bewegungssehens die tatsächliche Ausführung mit dem Leitbild zu vergleichen. Um die subjektive Beobachtung exakter zu gestalten, sollten für die einzuschätzenden Handlungen visuell erfaßbare technische Merkmale bestimmt werden, die den Ablauf kennzeichnen (z. B. prägnante Positionen, zeitlich- räumliche Parameter). Einschätzungskriterien innerhalb der Merkmale, die sich möglichst deutlich unterscheiden und in konkreten Werten (Punkte, Skalierungen) ausdrücken lassen, erleichtern die Bewertung. Die Anzahl der Merkmale und Kriterien wird von der Aufnahmekapazität der Beobachter und der Ablaufgeschwindigkeit der zu bewertenden Handlungen limitiert. [68; 26]

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