Distanzverhalten

Im Sport die auf Grundlage vor allem der optischen Differenzierungsfähigkeit gesteuerte und kontrollierte Aktions- und Reaktionsweise von Sportlern hinsichtlich des Abstandes zu Gegnern, Partnern und Gerät.

Distanzverhalten basiert auf der zweckvollen Übereinstimmung der Differenzierung räumlicher Parameter, ihrer inneren Repräsentation und motorischer Vollzüge. Gut ausgeprägtes Distanzverhalten ist besonders bei der Realisierung interpersonaler Anforderungen in den Spielsport- und Kampfsportarten bedeutsam. Trotz partieller Dominanz von Informationen des äußeren Regelkreises über den optischen Analysator beruht das Distanzverhalten meist auf komplexen Regulationsvorgängen, d.h., auch andere Regulationsvorgänge und unterschiedliche Regelkreise wirken in Funktionseinheit. Das betrifft vor allem kinästhetische Informationen über Distanzänderungen. Auch emotionale und motivationale Prozesse beeinflussen das Distanzverhalten nicht unerheblich. Das Distanzverhalten beruht auf einer ganzheitlichen internen Orientierungsgrundlage. Das Distanzverhalten hat unterschiedliche Bewußtseinsgrade bei seiner Realisierung und schließt absichtsvolles, zielorientiertes Handeln ebenso ein wie erlerntes, aber rückbedingtes Verhalten, antizipierendes Verhalten oder die Regulation auf der Ebene der Reflexe. Umgangssprachlich wird dieses räumliche (Abstands-)Empfinden als Distanzgefühl bezeichnet. Empirische Untersuchungen haben ergeben, daß die Fähigkeit, den Abstand zum Gegner (Distanz im Boxen, in asiatischen Kampfsportarten oder Mensur im Fechten) genau zu bestimmen, trainierbar ist. Erfolgreiche Sportler solcher Sportarten, bei denen Distanzverhalten leistungsbeeinflussende Bedeutung hat, können auf Distanzveränderungen von wenigen Zentimetern reagieren und agieren. [2]

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