Divergenztheorem

In der sozialpsychologischen Kleingruppenforschung erstmalig von BALES experimentell belegte Feststellung, daß die sympathiegetragenen sozialen Beziehungen gegenläufig mit den leistungsbezogenen Bindungen korrelieren.

Beliebtheit und Tüchtigkeit sind demzufolge divergente Bewertungsmotive beim Aufbau des sozialen Beziehungsnetzes in Gruppen. Sie führen nicht selten zur Herausbildung eines Führungsdualismus. Es wird angenommen, daß die Differenzierung zwischen Leistungs- und Sympathiedimensionen ein wichtiges Korrektiv bei der Sicherung eines günstigen Gruppenklimas darstellt. Der Leistungsgedanke des Sports und die Rivalität der konkreten Wettkampfsituation differenzieren zwangsläufig in Trainingsgruppen und Mannschaften die sozialen Beziehungen der Sportler nach Könnensmaßstäben und Sympathiekriterien. Ob sie divergieren oder korrespondieren, hängt u. a. ab von der Persönlichkeitsreife der wesentlichen Leistungsträger, von dem Klärungsgrad anstehender Nominierungs- und Aufstellungsentscheidungen und von der Existenz gruppengetragener Ziele. In gut integrierten Gruppen kann sich der Gegensatz zwischen sympathiegetragenen und leistungsbezogenen Bewertungen auf einzelne Sportler begrenzen, auf die sich bevorstehende Nominierungsüberlegungen konzentrieren. [44]

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