Drehimpulserhaltung biomechanisches Prinzip der

Aus dem Drehimpulserhaltungssatz der Mechanik abgeleitete verallgemeinerte Handlungsorientierung für das biomechanisch zweckmäßige Ausführen von sportlichen Drehungen unter gegebenen Zielstellungen.

Danach bleibt das Produkt aus Massenträgheitsmoment J und Winkelgeschwindigkeit ω, d. h. der vorhandene Drehimpuls L im freibewegten System (stützlose Phase) konstant (L = J · ω =konstant). Aufgrund der mechanischen Besonderheiten des menschlichen Bewegungsapparates als kinematische Kette mit großer Beweglichkeit seiner Kettenglieder ist der Sportler in der Lage, sein Massenträgheitsmoment innerhalb gewisser Grenzen aktiv zu verändern und damit seine Winkelgeschwindigkeit bei vorhandenem Drehimpuls bewußt zu steuern. Wenn kein freibewegtes System vorliegt, wird diese grundlegende Gesetzmäßigkeit von zusätzlichen Kraftwirkungen überlagert.

  • Soll eine hohe Winkelgeschwindigkeit des Körpers erreicht werden, so sind auf der Basis eines ausreichend großen Drehimpulses die Körperteile so nahe wie möglich an die Drehachse des Körpers zu verlagern. Das setzt eine hohe Beweglichkeit und geeignete Körperproportionen voraus. Dabei sind zugleich die zunehmenden Zentrifugalkräfte durch Muskelkräfte zu kompensieren. Auf diese Weise kann z. B. die Drehgeschwindigkeit um die Breitenachse bis auf das Fünffache des Ausgangswertes gesteigert werden. Das Entfernen der Körperteile von der Drehachse reduziert die Drehgeschwindigkeit.
  • Bei Drehbewegungen im gebundenen System, bei denen die Richtung der Erdbeschleunigung in der Drehebene liegt, kann das entsprechende Verändern der Körperhaltung eine Vergrößerung der Bewegungsweite (Amplitude) hervorrufen, indem bei der Abwärtsbewegung der Körperschwerpunkt von der Drehachse weit entfernt und bei der Aufwärtsbewegung ihr etwas genähert wird. [39]

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