Drehung (technisch-kompositorische Sportarten)

1. Rotationsbewegung des Körpers mit oder ohne Boden- bzw. Gerätkontakt um eine oder gleichzeitig um mehrere Achsen infolge der Wirkung von Drehmomenten.

Die Anzahl der möglichen Drehungen um eine Achse reicht in den technisch kompositorischen Sportarten von der 1/4- bis zur 4-fachen Drehung. Hinsichtlich des Kontaktes des Körpers zur Unterstützungsfläche während der Ausführung der Drehung unterscheidet man Stütz- und stützlose Drehungen (Drehung in Flugphasen). In der Sportart Wasserspringen werden stützlose Drehungen um die Längsachse auch als Schrauben bezeichnet, die sowohl ohne (Fußsprungschrauben) als auch zusätzlich mit Drehung um die Körperbreitenachse ausgeführt werden können. Im wesentlichen ist die Ausführungsqualität von Drehbewegungen an das Niveau der Orientierungs- und Gleichgewichtsfähigkeit gebunden.

2. Rhythmische Sportgymnastik: Bewegung mit Umdrehungen des Körpers um seine Längenachse im Stütz auf dem Fußballen eines Beines.

Als eine Hauptgruppe der Körpertechniken der Rhythmischen Sportgymnastik bilden sie die Grundlage für zahlreiche mittlere und höhere Schwierigkeiten in den Übungskompositionen. Der Schwierigkeitsgrad der Drehungen wird bestimmt durch

  • den Umdrehungsgrad (Anzahl der Umdrehungen)
  • die Bewegungsamplitude in Spreiz- und Beugewinkeln
  • die Größe der Unterstützungsfläche
  • das Verhalten der Körperteile zueinander während der Stützphase.

Eine strukturelle Differenzierung der Drehung kann wie folgt vorgenommen werden:

  • Drehung mit unterschiedlichem Stützbeinverhalten (gestreckt, mit Beugen, mit Beugen und Strecken)
  • Drehung mit unterschiedlichen Spielbeinhalten und -bewegungen (gespreizt, angelegt, gewinkelt, mit Ring, mit unterschiedlichem Führen)
  • Drehung mit unterschiedlichem Rumpfverhalten (gebeugt, mit Kreisen des Oberkörpers).

Die Technikstruktur der Drehung weist eine Vorbereitungs-, Drehansatz-, Dreh- und Absetzphase auf. Das exakte Ausführen einer Drehung hängt im wesentlichen von der Fähigkeit der Sportlerin ab, ihre Körpermasseteile richtig um die senkrechte Drehachse zu verteilen und durch ein differenziertes Spannungsverhalten die achsengerechte Umdrehung zu gewährleisten. Derartige Drehungen werden auch in den Wettkampfübungen des Gerätturnens am Boden und Schwebebalken als Schwierigkeitselemente verwendet. [4; 64] =Pirouette

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