Egoismus

Charakterlicher Wesenszug, der durch eine ausgeprägte Ichbezogenheit des Individuums gekennzeichnet ist, mit der die Erlangung und Sicherung persönlicher Vorteile angestrebt wird.

Diese Eigennützigkeit bestimmt auch das Sozialverhalten, weil die Durchsetzung und Behauptung eigener Interessen nicht selten Verteilungskonflikte provoziert, ungenügende Rücksichtnahme einschließt, geminderte Kooperationsbereitschaft zur Folge hat und die Kompromißbereitschaft reduziert. Polare Eigenschaft zum Egoismus ist der Altruismus, der sich mit Opferbereitschaft, Selbstaufgabe und individuellem Interessenverzicht umschreiben läßt. Leistungsmotivation ist im Spitzensport ohne egoistische Komponente nicht denkbar. Wettbewerbssituation und Rivalitätskonstellation des Wettkampfes machen es objektiv erforderlich, daß jeder Sportler in Trainingsbelangen und Materialfragen persönliche Vorteile sucht und nutzt, um besser als die Gegner zu sein. Dieses primäre An-sich-selbst-Denken ist gesunder Egoismus eines Sportlers. Kritikwürdig wird diese Verhaltensmaxime erst dann, wenn die ausgeprägte Ichbezogenheit mit unerlaubten oder sogar unfairen Mitteln praktiziert wird. Konfliktlagen können in einem Team entstehen, wenn egoistische Leistungsambitionen mit mannschaftsdienlichen taktischen Aufgabenstellungen unvereinbar erscheinen und subjektiv als Benachteiligung erlebt werden. [44]

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