Entscheidung

Verlauf und Ergebnis interner Operationen und Kalkulationen, die immer dann im Tätigkeitsvollzug erforderlich sind, wenn mindestens zwei Handlungsalternativen ins Bewußtsein treten oder miteinander rivalisieren.

Die erforderliche Entschlußfassung kann sich sowohl auf verschiedene Handlungsziele als auch auf unterschiedliche Lösungsstrategien konzentrieren. Oftmals beenden Entscheidungen konflikthafte Erlebnis- und Motivationslagen und werden subjektiv als Erleichterung oder entspannende Klärung erlebt.

Das individuelle Tempo und die subjektive Sicherheit oder Eindeutigkeit der Entscheidung wird mit Entschlußkraft oder Entscheidungsfreudigkeit umschrieben. Jede bewußte Entscheidung läßt sich der Klasse volitiver Prozesse (Willenshandlung) zuordnen.

Der sportliche Leistungsvollzug und seine individuelle Tätigkeitsstruktur verlangen trotz des hohen Anteils an automatisierten Handlungskomponenten eine Vielzahl von Entscheidungen. Sie können sich auf Zielkorrekturen, Änderungen im taktischen Konzept, leistungsbegünstigeode Reaktionen auf äußere Wettkampfbedingungen oder situations- und zustandsgebundene Impulsgebungen für Mobilisationseffekte beziehen.

Richtigkeit, Schnelligkeit, Originalität und subjektive Bestimmtheit der Entscheidungen sind typische Phänomene für Entschlossenheit, Entscheidungsfreudigkeit und Risikobereitschaft eines Athleten. Neben diesen handlungsleitenden und Zielgerichtetheit sichernden Entscheidungen im Training und Wettkampf bezieht sich eine weitere Gruppe von Entschlüssen auf weiterreichende Tätigkeitsziele und ihre Erreichungsstrategien im Sport, Beruf und privat-familiären Bereich.

In solchen Entscheidungen wird die volitive Komponente stark durch kognitive Situations- und Folgenabschätzungen überlagert sowie durch den Grad externer Beeinflußbarkeit und selbstbewußter Eigenständigkeit gekennzeichnet. [44]

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