Feinkoordination

Entwicklungsstufe der Bewegungskoordination im Verlauf der Herausbildung von Bewegungshandlungen, die unter gewohnten und störungsfreien Bedingungen einen fehlerfreien, dem angestrebten technischen Leitbild voll entsprechenden Bewegungsablauf ermöglicht und die Voraussetzung für höhere Leistungen und eine relativ hohe Beständigkeit bildet.

Das Erscheinungsbild der Feinkoordination resultiert aus der Vervollkommnung der Prozesse der Bewegungskoordination, so die Erweiterung und Präzisierung der lnformationsaufnahme und lnformationsverarbeitung zunehmend über den inneren Regelkreis, detaillierte Bewegungsprogramme und genaue Regelung, die schon während der Bewegungshandlung wirksam wird. Es handelt sich dabei um eine bewegungslenkende Reafferenz. Im Trainingsprozeß treten häufig unter ungewohnten und erschwerten Bedingungen, bei stärkeren Störeinflüssen und Gegnereinwirkung, d.h. besonders im Wettkampf, technische Fehler wieder auf, die zuvor im Prozeß der sportlichen Vervollkommnung bereits beseitigt wurden. Die Feinkoordination ist demnach zunächst noch instabil und bedarf der weiteren Stabilisierung im Lernprozeß. Die stabilisierte Feinkoordination ermöglicht Bewegungshandlungen auch unter schwierigen und ungewohnten Bedingungen, z.B. im sportlichen Wettkampf, einen dem Handlungsziel entsprechenden Bewegungsablauf. Die stabilisierte Feinkoordination wird auch als Stadium der variablen Verfügbarkeit oder als Stadium des Könnens bzw. der sporttechnischen Meisterschaft bezeichnet. Sie stellt die höchste, im Training anzustrebende Stufe im Lemprozeß dar. Das mit der Ausprägung der Feinkoordination erreichte äußere Bewegungsbild wird als Feinform bezeichnet. [19; 62]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.