Identifikation

Qualitätsstufe der Einstellungen, in der das Subjekt nicht nur vorbehaltlos anerkennende Positionen bezieht, sondern ihnen eine zentrale Bedeutung zuordnet, das Handeln entsprechend ausrichtet und sich der Sache regelrecht verschreibt.
Identifikation macht anderes zu eigenem, ergreift gedanklich Besitz, verinnerlicht Äußeres.
Diese kognitiven Aneignungsprozesse sind  mit charakteristischen Emotionen besetzt,
nehmen Überzeugungsqualitäten an und werden in festumrissene und  handlungsbestimmende Zielstrukturen kanalisiert, was bis zum Fanatismus gesteigert werden kann.
In der sportlichen Tätigkeit beziehen sich Identifikationsprozesse auf  erforderliche ldeomotorik Wettkampfleistungen, erarbeitete trainingskonzeptionelle Lösungen und Varianten, auf die Wirksamkeit verschiedener Trainingsmittel und Übungsformen, aber auch auf wesentliche soziale Bezugspersonen, Tätigkeitsbedingungen und Umfeldfaktoren. Obwohl solche Identifizierungen in der Regel einen hohen Stabilitätsgrad besitzen, sind sie in der Dynamik
der Trainings- und Wettkampftätigkeit kein einmaliger Prozeß und verlaufen nicht immer widerspruchslos und konfliktfrei. Mißerfolge, Phasen der Leistungsstagnation,
Enttäuschungen im privaten Leben, irritierende Informationen und Meinungen von anderen können Zweifel nähren, neue Überlegungen auslösen und ganz andere Sichtweisen begünstigen. Eine möglichst weitgehende Identifikation mit der Gesamtheit der sportlichen Anforderungen ist eine wesentliche Voraussetzung für ein engagiertes, selbständiges und kreatives Handeln im Training, Wettkampf und gesamten Lebensvollzug. [44]

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