Judo

Zweikampfsportart, bei der die Kämpfer (Judoka) durch Anwendung von -Wurftechniken (Nage-Waza) und -Bodentechniken ( Katame-Waza) im Rahmen der Wettkampfregeln um den Sieg streiten.

Die Vielzahl der möglichen Techniken und individuellen Varianten der Ausführung bewirkt eine große Vielfalt und Komplexität der Handlungen und Verhaltensweisen im Judowettkampf. Im einzelnen sind folgende Einwirkungen möglich:

  • mittels-Wurftechniken den Gegner mit Kraft und Schwung auf den Rücken zu werfen
  • mittels -Festhaltegriffen (Osae-Komi-Waza) den Gegner eine vorgegebene Zeit (bis 30 s) in der Rückenlage zu kontrollieren und zu fixieren
  • mittels Würgegriffen (Shime-Waza) oder Armhebelgriffen (Ude-Kansetsu-Waza) den Gegner zur Aufgabe zu zwingen.

Der gesamte Körper des Gegners kann angegriffen werden. Für wirksame, d. h. erfolgreiche Anwendung von Wurftechniken und Bodentechniken wird durch die Kampfrichter die – Wettkampfbewertung vorgenommen. Die Höhe und Anzahl der jeweils erreichten Wertungen ist ausschlaggebend für das Urteil. Die Entstehung des J. wird allgemein auf das Jahr 1882 datiert. In dieser Zeit entwickelte der Japaner Jigoro KANo aus verschiedenen Selbstverteidigungssystemen (Jiu-Jitsu) ein System von Techniken und Regeln nach dem Grundsatz “Siegen durch Nachgeben”. Die Absicht und Wirkungsweise der Techniken beruht auf dem Ausnutzen von Bewegungen und Verhaltensweisen des Gegners.

Wettkämpfe auf internationaler Ebene sind regelmäßig Weltmeisterschaften (alle zwei Jahre), kontinentale Meisterschaften (jährlich) sowie eine Vielzahl internationaler Turniere, Cupwettkämpfe, Länderkämpfe usw, Die Wettkämpfe werden bei Männern und Frauen in 7 Gewichtsklassen ausgetragen. Neben der Beteiligung an Wettkämpfen hat besonders im Breiten- und Freizeitsport die Betätigung in Form spezieller Technikübungen und Demonstrationen Bedeutung.

Im Rahmen einer Graduierung (GokyoNo-Kaisetsu) kann durch Nachweis des Beherrschens eines bestimmten Repertoires von Techniken und judospezifischen Bewegungen die Berechtigung zum Tragen farbiger Gürtel als Maßstab der technischen Leistungsfähigkeit erworben werden. Noch höhere Anforderungen werden bei Prüfungen für Meistergrade (Dan) gestellt, z.B. bei der Demonstration verschiedener Kata. Diese symbolisieren Prinzipien und Wirkungsweisen von Techniken in Form festgelegter Verhaltensweisen von -Tori und – Uke.

Mit modifizierten Anforderungen wird die Sportart Judo auch im Schulsport und im Behindertensport betrieben.

Judo
Judomatte mit verbindlichen Maßen

Sportgerät: Der Kampfanzug besteht aus der Jacke (Kimono), der Hose (Subon) und dem Gürtel (Obi); diese sind aus reißfestem, weißem Stoff hergestellt.

Der Judogürtel charakterisiert durch seine Farbe den Grad des Trägers. Er ist in seiner Länge so bemessen, daß er den Körper des Kämpfers zweimal umschlingt und nach dem Knoten noch etwa 15 cm lang sein soll. Seine Farbe ist bei den Schülergraden (Kiu, Kyu): 1. (lk) braun, 2. (Ni) blau, 3. (San) grün, 4. (Schi) orange, 5. (Go) gelb, 6. (Roku) weiß; bei den Meistergraden (Dan): 1. bis 5. (Scho oder Tschi, Ni, San, Schi, Go) schwarz, 6. bis 9. (Roku, Sitschi, Hatschi, Ku) rotweiß, 10. (Ju) rosarot oder schwarz. Beim Wettkampf tragen alle Danträger den schwarzen Gürtel.

Sportstätte: Die Kampffläche in einer Halle ist mit Matten aus Reisstroh (Tatami) ausgestattet. Fläche: maximal 10 x 10m. [45; 73]

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