Kurzzeitintervallmethode

Trainingsmethode zur Ausbildung konditioneller Fähigkeiten, die zur Klasse der Intervallmethoden gehört und durch einen wiederholten Wechsel von Belastungsphasen zwischen 15 und 120 s Dauer und ähnlich langen Pausen gekennzeichnet ist.

Man unterscheidet zwischen extensiver und intensiver Kurzzeitintervallmethode. Die extensiven Belastungsformen (Intervallmethode, extensive) mit einer Herzschlagfrequenz zwischen 160 und 170 Schl./min und sehr kurzen Pausen zwischen 30 und 60 s beanspruchen vorwiegend den aeroben Energiestoffwechsel. Die Sauerstoffaufnahme ist wegen der niedrigen Intensität und der kurzen Belastungsdauer nur gering. Es werden die langsam kontrahierenden Muskelfasern beansprucht und vervollkommnet. Die aerobe Leistungsfähigkeit kann sich durch Ökonomisierung der Funktionen des Herz-Kreislauf- und Stoffwechselsystems sowie der Bewegungsabläufe begrenzt erweitern. Bei einem geringen Niveau der körperlichen Leistungsfähigkeit kann man die extensive Kurzzeitintervallmethode zum Aufbau von Grundlagen- und Kraftausdauer nutzen. Man erhöht dadurch auch die Belastbarkeit für den Einsatz wirksamerer Methoden mit höherem Beanspruchungsgrad (intensive Intervallmethode, Dauermethode).
Die intensive Kurzzeitintervallmethode (Intervallmethode, intensive) mit Herzschlagfrequenzen über 170 Schl./min und Pausen zwischen 30 s und 3 min beansprucht stärker den anaeroben Energiestoffwechsel. Die Sauerstoffaufnahme erreicht bei kurzer Belastungsdauer mittlere Werte, kann aber bei Annäherung an eine Belastungsdauer von zwei Minuten bis in den Bereich der VO2max ansteigen. Es werden überwiegend die schnell kontrahierenden Muskelfasern beansprucht. Trotz der relativ hohen Intensität wird der Laktatanfall begrenzt, weil die Pausen bereits säuremindernd wirken und das Sauerstoffangebot in kurzen Pausen kaum abnimmt. Jede neue Belastung beginnt daher mit einem nahezu optimalen Einsatz des aeroben Stoffwechsels. Je kürzer die Belastungsdauer ist, desto weniger Laktat wird gebildet; allerdings verringert sich dabei auch die Größe der Sauerstoffaufnahme.
Die Trainingswirkung der intensiven Kurzzeitintervallmethode ist je nach der Belastungsstruktur recht variabel. Durch die kombinierte Beanspruchung des aeroben und anaeroben Stoffwechsels wird die aerob-anaerob determinierte Grundlagenausdauer vervollkommnet und auf spezifische Anforderungen einzelner Sportarten vorbereitet. Das betrifft die Entwicklung der mit der Mobilisierung anaerober Stoffwechselprozesse verbundenen Schnellkraft- und Schnelligkeitsausdauer und die Beschleunigungsfähigkeit für schärfere Geschwindigkeitswechsel zum Beispiel in den Ausdauersportarten, vor allem aber in den Sportspielen.
Voraussetzungen werden auch für die Entwicklung wettkampfspezifischer Ausdauer geschaffen. Die sportliche Technik wird bei höherer Intensität ausgeprägt und stabilisiert. Erhöht wird die Belastbarkeit für intensivere Belastungsanforderungen der Wiederholungsmethode.
In die Kurzzeitintervallmethode ordnet sich das sogenannte Intervalltraining „Freiburger Prägung“ (REINDELL, ROSKAMM, GERSCHLER) ein, das bei nachfolgender Dosierung vor allem zur Herzvolumenvergrößerung beitragen soll: Dauer der einzelnen Belastungen höchstens 1 min; Dauer der Erholungsintervalle nicht länger als 90 s; die Intensität in den Belastungsphasen ist so hoch, daß am Ende der Pause eine Herzschlagfrequenz von 120-140 Schl./min erreicht wird. Der Reiz zur Herzvolumenvergrößerung soll unter diesen Bedingungen im Erholungsintervall durch ein im Vergleich zur Belastungsphase vergrößertes Schlagvolumen entstehen (reizwirksame Pause). [15]

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