Mesozyklus

Aus mehreren Mikrozyklen bestehender Trainingsabschnitt, der in seiner inhaltlichen, didaktisch-methodischen und belastungsmäßigen Grundstruktur und damit in seiner Hauptwirkungsrichtung im Trainingsprozess wiederkehrt.

Die Wiederkehr erfolgt in der Regel unter Zwischenschaltung anderer Mesozyklen, kann aber auch unmittelbar im Anschluss erfolgen. Sie ist in jedem Falle an die Lösung bestimmter Teilaufgaben gebunden, die im größeren Trainingszyklus (Makrozyklus oder Periodenzyklus) zur Herausbildung der sportlichen Leistungsfähigkeit bzw. der sportlichen Form anstehen.

Solche Teilaufgaben können die Steigerung der Belastbarkeit, die Herausbildung konditioneller Leistungsvoraussetzungen, das Erlernen und/oder Stabilisieren sporttechnischer Fertigkeiten, oder die Vorbereitung auf einen bedeutsamen Wettkampf u. a. m. sein.

Die Hauptfunktion eines Mesozyklus besteht in der zweckmäßigen Steuerung des Effekts jener Serie von Mikrozyklen, die den Mesozyklus bilden und vom Inhalt her der zu lösenden Teilaufgabe adäquat sind. Charakteristisch ist für den Mesozyklus, dass in der Regel mehrere Mikrozyklen mit leistungssteigernden bzw. leistungsstabilisierendem Charakter aufeinander folgen, wonach anschließend ein Mikrozyklus mit überwiegend wiederherstellungsförderndem Charakter zum Einsatz kommt. Zuweilen, besonders in der Vorbereitung auf bedeutsame Wettkämpfe, werden die leistungsentwickelnden und die wiederherstellungsfördernden Mikrozyklen innerhalb des Mesozyklus auch im einfachen Wechsel angeordnet. Beispielhaft dafür ist das Pendelprinzip. Auch im Nachwuchstraining wird zuweilen im einfachen Wechsel vorgegangen, um dem größeren Erholungsbedarf der Nachwuchssportler gerecht zu werden.

Die Länge eines Mesozyklus beträgt in der Regel 3-6 Wochen. Solche Zeiträume werden allgemein für Lernschritte, auf das motorische Lernen bezogen und für sichtbare Leistungsfortschritte im physisch-konditionellen Bereich benötigt. Abweichungen von diesen Angaben sind in der Praxis aus unterschiedlichen Gründen erforderlich und werden praktiziert.

Den unterschiedlichen Aufgaben entsprechend, die einem Mesozyklus im Rahmen eines Makrozyklus zugeordnet werden, unterscheidet man nach MATWEJEW (1980) grundlegende Mesozyklen, Vorbereitungs-, Vervollkommnungs-, Kontroll-, Wettkampf-, Vorwettkampf- und Zwischenmesozyklen. In der Literatur findet man aber für Mesozyklen gleichen Typs auch andere Bezeichnungen. So benennen beispielsweise BAUERSFELD/ SCHRÖTER (1986) die Mesozyklen als Mesozyklen der Entwicklung und Vervollkommnung, der Ausprägung der sportlichen Form, der Stabilisierung der sportlichen Form und der aktiven Erholung.

Einige Autoren (z.B. JONATH, 1988) kennzeichnen den Mesozyklus als kurzfristigen Trainingsschnitt. [6]

Mesozyklus
Schema des Aufbaus eines Mesozyklus zur Wettkampfvorbereitung nach dem PendelPrinzip (MATVEEV 1981) Auf der Ordinate: Grad der Spezialisierung des Trainings bezüglich des Programms, des Regimes und der Bedingungen des Wettkampfes; auf der Abszisse: Zeit in der jeweiligen Dimension der Mikrozyklen
MZWS= stimulierter Wettkampfmikrozyklus
MZK = Kontrastmikrozyklus
MZW = Wettkampfmikrozyklus

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