Nervosität

Typisches zeitlich begrenztes und reversibles psychophysisches Gesamtbefinden,das im Vorfeld belastend erlebter Anforderungen durch Übererregungsprozesse und damit verbundene psychovegetative Dysregulationen entsteht und den Bewältigungsprozeß noch begleiten kann.

Im Unterschied zu pathologischen Zuständen, in denen neurasthenische Erscheinungen dauerhaft und weitgehend situationsabgehoben auftreten, ist die Nervosität eines Sportlers mit räumlicher und zeitlicher Annäherung an den Start ansteigend. Ihr Auftreten und Ausprägungsgrad hängen von der objektiven und subjektiven Bedeutung des Wettkampfes, von variablen Zustandsbesonderheiten und zusätzlichen belastenden Bedingungen ab. Die im engen Zusammenhang mit der Erwartungsangst stehende zentralnervöse Übererregung kann sich in vielfältigen Symptomen äußern (Störungen kognitiver Prozesse, motorische Unruhe, Harndrang, Schlafstörung, Appetitlosigkeit, Veränderungen in den Herz-Kreislauf- Parametern, Verschiebungen im Hormonspiegel). Typisch sind damit verbundene negative Emotionen, die angebliche Leistungsdefizite signalisieren, Verunsicherungen verstärken und eine allgemeine Sensibilisierung (Gereiztheit, leichte Störbarkeit) einschließen. Eine charakteristische Nervositätserscheinung im Sport ist das Startfieber vor Wettkämpfen. Typisch für die Nervosität ist ihr rasches Abklingen unmittelbar nach Beendigung oder bereits am Beginn der sie erzeugenden Tätigkeit und Vollzugsbedingungen. Sie kann sich aber auch im Leistungsvollzug des Wettkampfes erneut oder erstmals einstellen, wenn sich der Sportler der entstandenen Situation nicht mehr gewachsen fühlt. Zur Optimierung des individuellen Erregungspegels vor Wettkämpfen dienen Maßnahmen der psychologischen Vorbereitung, in die variable Psychoregulationsprogramme integriert sein sollten. [44]

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