Olympische Spiele moderne

Zentrale, in vierjährigem Zyklus stattfindende internationale Wettkämpfe in zugelassenen Sportarten, die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) an eine Stadt vergeben und in denen Olympiasieger und Plazierte ermittelt werden.

moderne Olympische Sommerspiele
Olympische Sommerspiele
Die Angaben für die Olympischen Sommerspiele 1912-1948 sind einschließlich der Kunstwettbewerbe und sonstiger Preisverleihungen. Sie wurden danach aus dem Programm herausgelöst und im Falle der Kunstwettbewerbe in Kunstausstellungen umgewandelt.
Die Zahl der Sportler bezieht sich auf die tatsächlich an Wettkämpfen teilnehmenden Athleten, nicht auf die gemeldeten.

Teilnahmeberechtigt an den modernen Olympischen Spielen sind Sportler, die die olympische Zulassungsregel erfüllen und von den anerkannten nationalen Olympischen Komitees (NOK) nominiert wurden.

1896 wurden in Athen die 1. Olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen. Ihre Durchführung ging auf die Initiative von P. de COUBERTIN zurück. Dabei wirkten sich die sozialökonomischen Bedingungen um die Jahrhundertwende sowie die politischen und geistig-kulturellen Zielsetzungen des modernen Industriebürgertums günstig aus. Es entstand der moderne Sport, der sich durch seinen Wettkampfcharakter, das Streben nach dem Rekord, dem Gedanken des Fairplay sowie feste nationale und internationale Organisationsformen auszeichnete. Neben der rasanten Entwicklung von Sportklubs und Sportvereinen entstanden in rascher Folge nationale und internationale Sportverbände, erste Rekordlisten wurden geführt und Sportzeitungen gegründet. Auch die von E. CURTIUS geleiteten Ausgrabungen in Olympia rückten die modernen Olympischen Spiele in das Licht der internationalen Öffentlichkeit. Dennoch hatte COUBERTIN eine Reihe von Widerständen zu besiegen.

COUBERTIN verfolgte mit den Spielen im hohen Maße pädagogisch-erzieherische Ziele. Die moderne olympische Idee formulierte er demgemäß als Einheit dreier Elemente:

Freude an der körperlichen Anstrengung, Kult der Schönheit und Arbeit im Dienste von Familie und Gesellschaft. Sport und Pädagogik sind bei COUBERTIN nicht zu trennen. Das entscheidende Mittel für die von ihm angestrebte Vervollkommnung der menschlichen Gesellschaft war nicht der ~olympismus, sondern eine Reform der Erziehung, zu der auch neue „pédagogie sportive“ gehörte.

Obwohl COUBERTIN mit den modernen Olympischen Spielen ursprünglich die nationale Förderung der Leibesübungen und die Stärkung Frankreichs beabsichtigte und die sportliche Höchstleistung als Mittel zum Zwecke volkstümlich betriebener Leibesübungen betrachtete, stellte er sie von Anbeginn in einen zutiefst internationalen Rahmen (olympische Bewegung). COUBERTIN wollte den Geist der antiken Olympischen Spiele wiederbeleben, in der Form orientierte er sich aber ganz am modernen Sport, wie wohl er dieses Prinzip selbst nicht immer verwirklichen konnte. Rückblickend muß gesagt werden, daß sich die pädagogisch-erzieherischen Absichten und auch andere Auffassungen COUBERTINS in der Praxis der modernen Olympischen Spiele als nicht oder nur teilweise realisierbar erwiesen.

moderne Olympische Winterspiele
Olympische Winterspiele

Die modernen Olympischen Spiele werden in vierjährigem Rhythmus an wechselnden Orten mit festem Programm und nach olympischen Regeln ausgetragen. Zunächst gab es nur Olympische Sommerspiele, die nach Olympiaden gezählt wurden. Nachdem bereits 1908 und 1920 Eiskunstlauf und Eishockey zum olympischen Programm gehörten, kamen 1924 eigenständige Olympische Winterspiele hinzu, die fortlaufend nach der Anzahl ihrer Austragung gezählt wurden. Bis 1992 wurden Sommer- und Winterspiele im gleichen Jahr durchgeführt, ab 1994 erfolgt ihre Austragung jedoch zeitlich versetzt (beginnend mit den Winterspielen). In jüngster Zeit gibt es Bestrebungen im IOC, ab 2002 die Winterspiele nicht mehr an eine Stadt zu vergeben, sondern dezentral in mehreren Orten bzw. sogar verschiedenen Ländern durchzuführen.

Die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen an den modernen Olympischen Spielen erwies sich – im offenen Widerspruch zu den olympischen Werten und Zielsetzungen (olympische Bewegung) – als ein Problem, das mit der Begründung der modernen Olympischen Spiele begann und sich trotz Veränderungen bis in die jüngste Geschichte der Spiele hinzieht. Zwar gelang es, ab 1900 einigen wenigen Frauen teilzunehmen, ein größerer Durchbruch wurde aber erst 1928 mit der Zulassung der Frauenleichtathletik erzielt. Doch auch danach gab es eine Reihe von Widerständen gegen Frauensportwettbewerbe bei den modernen Olympischen Spielen, und nur zögernd und allmählich erhöhte sich die Anzahl der Wettbewerbe und der Anteil der Frauen an der Gesamtteilnehmerzahl bei den modernen Olympischen Spielen. [14]

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