Pubertät

Stadium der Ontogenese, in dem- im Unterschied zur Pubeszenz als Vorgang bzw. Prozeß – die männlichen und weiblichen Keimdrüsen in den geschlechtsreifen Zustand übergehen.

Indikatoren dieses Zustandes der Geschlechtsreife ist bei Mädchen die Menarche, bei männlichen Jugendlichen die Spermarche oder Ejakularche (Entleerung reifer Spermatozoen). Bei mitteleuropäischen Jugendlichen erfolgt der Eintritt dieser Ereignisse durchschnittlich etwa um das vollendete 13. (weiblich) bzw. 14. Lebensjahr (männlich). In der biotischen Ontogenese gelten die genannten Indikatoren gleichzeitig als Merkmale für den Beginn der zweiten Phase der Reifungszeit (Adoleszenz) und potentiell der Fortpflanzungsfähigkeit Sportpraktisch ist die Pubertät nur beim weiblichen Geschlecht insofern bedeutsam, als mit dem Eintritt der Menarche sowie der Menstruationszyklen besonders in der ersten Zeit bestimmte Beschwerdesyndrome auftreten können bzw. generell der in der Regel ungerechtfertigte Wunsch nach „Sportbefreiung“ während der Menstruation geäußert oder von den Eltern gefordert wird. Nötigenfalls ist eine ärztliche Konsultation und Entscheidung zu veranlassen. Begrifflich ist darauf zu verweisen, daß der Terminus Pubertät meistens und fälschlicherweise für den der Pubeszenz verwendet wird. Der exakte Gebrauch beider Begriffe muß wegen ihrer unterschiedlichen Bedeutungsinhalte (einerseits -Entwicklungsetappe bzw. Prozeß, andererseits Stadium und Zustand) gefordert werden. [74]

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