Reifung

Teilaspekt von Entwicklungsprozessen in der belebten Natur (Pflanze, Tier, Mensch), der genetisch determiniert vom Moment der Befruchtung über arteigen verschiedene Zwischenstadien zur biotischen Reife und Vermehrungs- bzw. Fortpflanzungsfähigkeif führt.

In bezug auf den Menschen jener Aspekt (Teilbereich) seiner Individualentwicklung, der arteigen und genetisch determiniert von der Befruchtung über verschiedene Zwischenstadien bis zur biotischen Vollreife (Maturität) reicht. Als Prozesse der Reifung gelten beim Menschen weitgehend die fetale Genese (Entwicklung im Mutterleib), die Zahnentwicklung (Dentition), die hormongesteuerten Prozesse des dimensionalen und proportionalen Wachstums, die Ossifikationsvorgänge (Verknöcherungsprozesse des Skeletts), die Sexualgenese (Entwicklung der männlichen bzw. weiblichen Geschlechtsmerkmale sowie der Fortpflanzungsfähigkeit) u.a. Bei der menschlichen Individualentwicklung bilden genetisch determinierte Reifungsvorgänge und umweltinduzierte Veränderungsprozesse eine untrennbare dialektische Einheit. Zu betonen ist jedoch, daß sich Prozesse der Reifung auf das Kindes- und Jugendalter begrenzen und die Spezifik der Individualentwicklung des Menschen vor allem durch sein Tätigkeitsverhalten in der im wesentlichen sozialen Umwelt bedingt wird. Bei sportlicher Betätigung im Kindes- und Jugendalter (Wachstumsalter) ist der jeweils erreichte Zustand der Reifung zu berücksichtigen (biologisches Alter). Das damit verbundene Entwicklungsniveau ist teilweise wesentlich für die Bevorzugung bestimmter Körperübungen und Belastungen (z.B. Kraftübungen unter Entlastung der Wirbelsäule) bzw. deren Vermeidung (z.B. mehr als hüfthohe Tiefsprünge im Vorschulalter, einseitige oder zu umfängliche punktuelle Belastungen des Stütz- und Bewegungssystems in der Kindheit und Pubeszenz, höhere Überkopfbelastungen vor dem Abklingen des puberalen Wachstumsschubes u.a.). [74]

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