Risiko

Wagnis; Wahrscheinlichkeit des Mißlingens menschlicher Handlungen. 

Vom Risiko als objektivem Tatbestand, der in hohem Maße durch situative Handlungsanforderungen bestimmt ist, müssen angstbezogene Risikoemotionen, die stärker mit den individuellen bzw. kollektiven Handlungsvoraussetzungen korrespondieren, unterschieden werden. In der Mehrzahl der Sportarten muß der Sportler ein Risiko eingehen, wenn er zum Erfolg, d.h. zu Höchstleistungen und zum Sieg über annähernd gleichstarke Gegner kommen will. Motorische Lernprozesse schließen in allen Sportarten Risiken ein, da sie – ausgerichtet auf Höchstleistungen – auf die ständige Erweiterung psychophysischer Leistungspotenzen abzielen. Risiken werden auf sehr unterschiedliche Art bedeutungsvoll. Sie können mit der Ausführung technisch-akrobatischer Höchstschwierigkeiten (Gerätturnen, Wasserspringen, Eiskunstlauf) bei räumlich-zeitlichen Handlungszwängen ebenso einhergehen wie mit der ständigen Änderung des Umgebungszustandes im Handlungsfeld (Wetter, Gegner, Zuschauer u.a.). In besonderem Maße risikobehaftet sind Sportarten, in denen Handlungsmißerfolge mit Sturzgefahren verbunden sind (Skispringen, Gerätturnen, Schlittensport u.a.). In den technisch-kompositorischen Sportarten ist Risiko zugleich ein inhaltliches Merkmal der Wettkampfübung, wofür ein Wertungsbonus vergeben werden kann. Die Anerkennung eines Übungselementes als Risikoelement setzt die Erfüllung bestimmter Anforderungen bzw. Schwierigkeitsgrade voraus. [62]

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