Rollstuhlbasketball

Nach den Regeln des Internationalen Basketball-Verbandes (FIBA) gespieltes Basketballspiel für Rollstuhlfahrer.

Das Spielfeld hat die gleichen Abmessungen wie beim Basketball. Auch die Körbe befinden sich in gleicher Höhe wie bei den nichtbehinderten Basketballspielern, was an die koordinativen Fähigkeiten der Spieler beim Korbwurf besonders hohe Anforderungen stellt. Die Rollstuhlfahrer müssen aus einer Sitzhöhe von 52 cm den Ball in den in einer Höhe von 3,05 m angebrachten Korb werfen. In einigen Fällen sind die FIBA-Regeln entsprechend den Besonderheiten der Behinderung und des Sportgerätes Rollstuhl abgewandelt. So dürfen sich z. B. die Angriffsspieler 5 statt 3 Sekunden in der Wurfzone des Gegners aufhalten, beim Freiwurf oder 3-PunkteWurf können die Vorderräder des Rollstuhls über der jeweiligen Linie stehen. Um möglichst vielen Körperbehinderten (Querschnittgelähmten, Poliogelähmten, Beinamputierten, anderweitig schwer Gehbehinderten) das Mitspielen zu ermöglichen, gibt es Klassifizierungsregeln. Danach bekommen die Spieler abhängig von der Behinderung 1-4 Punkte, bei Grenzfällen auch halbe Punkte, zugeschrieben. Je schwerer die Behinderung, um so geringer ist die Punktezahl. In einer Mannschaft dürfen die 5 Feldspieler maximal 13,5 Punkte erreichen. Da Rollstuhlbasketball ein sehr dynamisches Wettkampfspiel ist, werden an das Sportgerät Rollstuhl besondere Anforderungen gestellt. Er muß sehr stabil und gut zu steuern sein sowie einen geringen Rollwiderstand und ein geringes Gewicht haben. Während des Spiels wird das Anschieben (Schub) des Rollstuhls so ausgeführt, daß ein Rad oder beide Räder mit einer Hand oder beiden Händen vorwärts oder rückwärts geschoben bzw. gezogen werden. Ein Dribbling kann erst erfolgen, wenn ein Spieler Kontrolle über den Ball erlangt hat. Beim Erreichen der Ballkontrolle darf der Spieler nicht aus dem Rollstuhl fallen, mit irgendeinem Teil des Körpers den Boden berühren oder den Rollstuhl so kippen, daß die Fußrasten auf dem Boden aufkommen. Das Dribbling kann sowohl so durchgeführt werden, daß der Spieler seinen Rollstuhl anschiebt und gleichzeitig den Ball prellt, wie auch so, daß abwechselnd der Rollstuhl angeschoben und dann der Ball geprellt wird. Dabei darf der Ball nicht zwischen die Knie geklemmt werden, sondern muß auf den Schoß gelegt werden. Rollstuhlbasketball erfordert und entwickelt in komplexer Weise viele konditionelle und koordinative Fähigkeiten. Fahren, Drehen, Stoppen und Werfen erfordern bei relativ hohen Geschwindigkeiten und zum Teil noch Gegnereinwirkung große Körper-, Ball- und Rollstuhlbeherrschung. Rollstuhlbasketball wurde 1948 erstmals in Großbritannien gespielt. Seitdem hat es eine weltweite Verbreitung erfahren und erfreut sich bei den regelmäßig stattfindenden Europa-und Weltmeisterschaften wachsender Beliebtheit bei einem großen Publikum. [5, 53]

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