Schnelligkeit

Konditionelle Fähigkeit; Leistungsvoraussetzung, um motorische Aktionen unter den gegebenen Bedingungen (Bewegungsaufgabe, äußere Faktoren, individuelle Voraussetzungen) mit hoher und höchster Intensität in kürzester Zeit zu realisieren.

Schnelligkeit ist in der Regel an solche Bewegungshandlungen gebunden, bei denen keine ermüdungsbedingte Leistungsminderung eintritt. In azyklischer Form tritt Schnelligkeit in der Schnellkraftfähigkeit auf (Schnelligkeit der Einzelbewegung). Dagegen besitzen die Beschleunigungsfähigkeit und die lokomotorische Schnelligkeit zyklischen Charakter. Tritt bei einer Schnelligkeitsleistung eine Ermüdung und demzufolge ein Leistungsabfall ein, spricht man von den zyklischen Formen der Beschleunigungsausdauer und Schnelligkeitsausdauer und der azyklischen Schnellkraftausdauer.

Neben diesen Grundkategorien wird häufig auch die nichtkonditionell determinierte Reaktionsschnelligkeit in die Systematik der Schnelligkeitsfähigkeiten einbezogen. Als komplexere Betrachtungsansätze gelten die Begriffe der Aktions-, Grund- und Handlungsschnelligkeit. Schnelligkeitsleistungen azyklischer Art werden vor allem von der Schnellkraftfähigkeit geprägt, wobei je nach Qualifikation der Kraftanstieg (Kraftgradient, Startkraft, Explosivkraft) oder bei vergleichbarer Bewegungsamplitude die Impulsdauer (z.B. Stützzeit) das Schnelligkeitsniveau ausdrücken. Bei zyklischen Schnelligkeitsleistungen tritt außerdem die Fähigkeit zu maximaler Bewegungsfrequenz als charakteristische Schnelligkeitsform auf.

Schnelligkeitsleistungen hängen in starkem Maße von der Art und dem Ausprägungsgrad der sportlichen Technik, von der Beweglichkeit und der Entspannungsfähigkeit der Muskulatur ab und bedürfen maximaler Willensanspannungen. Bedeutenden Einfluß haben die Rekrutierungsrate und die Synchronisation besonders der schnellkontrahierenden Muskelfasern in kürzester Zeit, die explosivartige Aktivierung der Synergisten und die Spaltungsgeschwindigkeit der energiereichen Phosphate. Bei der Beurteilung von Schnelligkeitsleistungen, die als äußere Parameter der Zeit (s), Geschwindigkeit (ms-1) und Frequenz (s-1) meßbar sind, ist zu beachten, daß aufgrund unterschiedlicher Motivation und Stimulation erhebliche Unterschiede zwischen der Trainings-, Test- und Wettkampfintensität bestehen können.

Umgangssprachlich wird Schnelligkeit häufig als Synonym von Geschwindigkeit verwendet, was jedoch in der Sportwissenschaft vermieden werden sollte. [17]

= Schnelligkeitsfähigkeit

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