Segelsport

Sportarten und Disziplinen, bei denen sich ein Sportler-Boot-System mittels natürlicher Windkräfte an einem ~Segel auf Gewässern fortbewegt.

Als Wettkampfsport wird Segeln über beliebige Distanzen, mit unterschiedlichstem Sportgerät (Surfbrett bis Seekreuzer) und verschiedener Besatzungsstärke betrieben. Der Erfolg im Segelsport hängt von der Qualität des eingesetzten Materials und dem technisch-taktischen Können der Besatzung ab. Segelsport erfordert eine Vielzahl sportartspezifischer Kenntnisse und Erfahrungswerte, die u. a. Boot, ~Ausrüstung, Wettkampfregeln, Wetterkunde betreffen. Die Bewegungen der Besatzungsmitglieder im Boot sind von Kleinräumigkeit und motorischer Präzision beim Steuern geprägt. Von besonderer Bedeutung ist das optimal abgestimmte Handeln der Mannschaft. In der aktiven Auseinandersetzung mit der Natur (Wind, Wasser) und den sportlichen Konkurrenten bietet der Segelsport ein Betätigungsfeld hoher physischer Belastung und interessanter Erlebnisse.

SegelsportWasserfahrzeuge, die sich unter Zuhilfenahme von Segeln und Nutzung des Windes fortbewegten, sind seit vielen Tausenden von Jahren bekannt. 1661 wurde der erste Segelwettkampf auf der Themse (Greenwich) ausgetragen. 1900 fanden erstmals Segelwettbewerbe bei den Olympischen Spielen statt. Eine Segelregatta besteht aus mehreren Wettfahrten. Zumeist werden olympische Dreieckskurse gesegelt, die zwei Bahnvarianten aufweist: Kreuz- und Raumschotstrecke; Kreuz- und Vorwindstrecke (~Kurse). Die Strecke wird in der Regel linksherum abgesegelt. Start und Ziellinie liegen außerhalb des Bahndreiecks. Bei ordnungsgemäßem Zieldurchgang werden entsprechend der Einlauffolge Punkte nach einem feststehenden System vergeben. Die Punkte der einzelnen Wettfahrten werden zusammengezählt. Die Besatzung mit der geringsten Punktzahl ist Sieger. Zumeist werden Regatten von 3 bis 7 Wettfahrten ausgetragen. Bei 5 und mehr Wettfahrten darf in der Regel die schlechteste Platzierung gestrichen werden.Es segeln Boote derselben Klasse gegeneinander. Nach der Bootsart lassen sich Kielboote· (Yachten), Schwertboote (Jollen), Kielschwertboote und Mehrrumpfboote (Katamarane) unterscheiden.

Regatten können in verschiedenen Bootsklassen ausgetragen werden, so z.B. nach

  • Einheits- oder Konstruktionsklassen
  • nationale oder internationale Klassen
  • olympische Klassen.

Als olympische Bootsklassen werden gesegelt: Finn-Dingi, 470er, Flying Dutchman, Tornado, Star, Soling. Aufgrund der typischen fahrtechnischen Erfordernisse und der Einbeziehung eines zu steuernden Sportgerätes in die Handlung lässt sich der Segelsport der Gruppe der ~Fahrsportarten bzw. ~apparatetechnischen Sportarten zuordnen.

Sportgerät: Segelboot. Es besteht im prinzipiellen Aufbau aus Bootsrumpf und Takelage und unterscheidet sich nach

  • der Rumpfform in Schwert- und Kielboote sowie Kielschwertboote
  • nach dem Decksbau in Jollen und Kreuzer.

Schwertboote sind Wasserfahrzeuge, die über ein bewegliches Schwert verfügen; bei Kielbooten ist der Kiel fest mit dem Bootskörper verbunden; bei Kielschwertbooten sind Kiel und Schwert kombiniert. Jollen sind offene Boote, in der Regel mit einem Schwert; Kreuzer haben ein geschlossenes Deck – meistens mit Kajüte – und sind vorwiegend mit einem Kiel versehen. Jollenkreuzer verfügen ebenfalls über ein Schwert.

SegelsportKatamarane sind Segelboote mit einem Doppel-, Trimarane mit einem Dreifachrumpf ausgestattet. Der Bootsrumpf, aus Holz oder zunehmend aus Kunststoff hergestellt, weist in der Konstruktion verschiedene Varianten auf. Die wesentlichen Formen sind Rundspant und Knickspant. Zur Takelage, mit deren Hilfe die Windkraft unter Anwendung besonderer Techniken zur Fortbewegung genutzt wird, gehören das (die) Segel, der Mast – auch mehrere-, die Spieren als Stabilisator des Segels, das stehende Gut (Tauwerk zum Setzen und Niederholen sowie Führen des Segels). Das Segel besteht vorwiegend aus Kunststoff (früher Baumwolle), der Mast aus Holz oder Metall.

Takelungsaften sind: Kat (ein Mast mit einem Segel), Slup (ein Mast mit zwei Segeln), Yawl (zwei Maste- wobei der kleinere Mast hinter dem Ruder ist- mit zwei Segeln) und Ketsch (zwei Maste- hier der kleinere Mast vor dem Ruder – und mit zwei Segeln). Bauweise des Rumpfes, Takelungsart und Größe der Segelfläche werden vom Verwendungszweck des Bootes bestimmt.

In der Einteilung der Segelboote werden generell Einheits- und Konstruktionsklassen unterschieden. Kennzeichnend für die Einheitsklassen ist die vorgeschriebene Bauvorschrift für Rumpf und Takelage, während bei den Konstruktionsklassen gewisse Toleranzen beim Bau zulässig sind. Als Seekreuzer werden sie nach Formeln (z.B. Kreuzer-Rennwert/KR oder die intemational verbindliche“Intemational Offshore Rule“/IOR) vermessen und in Klassen oder Gruppen eingeteilt. Wichtige Bootsklassen sind:Segelsport

  • Nationale Klassen (z.B. Pirat, 0-Jolle, 15-m2-Jollenkreuzer)
  • Internationale Klassen (z.B. Optimist, 420er, Drachen)
  • Olympische Klassen (z.B. Finn-Dingi, Flying Dutchmann, 470er, Soling, Star, Katamaran)

Jede Bootsklasse ist im Segel durch ihr Klassenzeichen sowie die Nummer, unter der das Boot im Jachtregister eingetragen ist, und das Nationalitätszeichen gekennzeichnet.

Sportstätte: Zur Austragung von Segelregatten werden Binnengewässer und Meere genutzt, auf denen spezielle Kurse durch Bojen markiert sind. [51; 73]

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.