Speerwurf

SpeerwurfLeichtathletische Wettkampfdisziplin für Damen und Herren, bei der ein Speer ein an beiden Enden sich verjüngender Rundstab aus Holz, Metall oder Kunststoff mit einer Metallspitze – aus einem Anlauf heraus innerhalb eines bestimmten Wurfsektors möglichst weit geworfen wird.

Speerwurf ist eine der ältesten Körperübungen. Anfangs zur Jagd, später im Krieg und schließlich zu sportlichen Wettkämpfen benutzt, war er bereits im alten Griechenland eine Übung des Pentathlon (Fünfkampf). Bei F. L. JAHN findet man unter den Wurfübungen den Gerwurf. Bei den Olympischen Zwischenspielen in Athen 1906 zeigten Schweden den Speerwurf erstmalig in der heutigen Wettkampfform. 1932 wurde der Speerwurf auch für Frauen in das olympische Programm aufgenommen.

Während in Schweden der Speer von Anfang an in der Mitte gefasst wurde, nutzte man in Deutschland eine Zeit lang den freien Stil (der Speer wurde am Ende mit Mittel- und Zeigefinger erfasst). Mitte der 50er Jahre führte der Spanier Erausquin den spanischen Stil ein. Der Speer wurde dabei mit der Spitze nach unten hinter dem Körper gehalten und aus einer Diskusdrehung heraus geschleudert. Im Moment des Abwurfes ließ man den Speer durch die Hand hinausgleiten. Um dies zu ermöglichen, wurden Hand und Speer mit Seife oder ähnlichen Gleitmitteln eingerieben. Mit dieser Technik wurden um 1956 bereits Wurfweiten von über 100m erzielt. Da die Wurfrichtung schwer zu bestimmen war und damit die Zuschauer gefährdet wurden, verbot die IAAF diese Technik.

SpeerwurfDer heutige Speerwurf ist ein ~Schlagwurf, der aus dem Anlauf (etwa 25- 30 m) ausgeführt wird. Der Speer wird hinter der Wicklung mit Daumen und Zeigefinger erfasst. Während der letzten fünf Schritte (~Fünfschrittrhythmus) erfolgt die Rückführung des Speeres, wobei der vorletzte Schritt impulsartig ausgeführt wird. Aus der Wurfauslage heraus wird durch aktive Arbeit der Beine eine ~Bogenspannung aufgebaut, die sich mit einem peitschenartigen Schlag des Wurfarmes (Schlagwurf) auflöst.

Ein Wurf gilt als ungültig, wenn der Speer den Boden nicht innerhalb eines Sektors zuerst mit der Spitze des Metallkopfes berührt bzw. die Anlaufbahn vor dem Aufkommen des Speeres verlassen oder die Abwurflinie überschritten wird.

Wesentliche physische Voraussetzungen für den Speerwurf sind eine hohe ~Schnellkraftfähigkeit der Beine und der Arme sowie gute ~Beweglichkeit und ~motorische Koordination.

SpeerwurfSportgerät: der Speer ist aus geleimten Holz (mit Metallspitze) oder insgesamt aus Metall hergestellt, in dessen Mitte sich die Griffwicklung befindet. Masse: 800 g (Männer), 600 g (Frauen); Länge: 2,60- 2,70 m (Männer), 2,20-2,30 m (Frauen).

Sportstätte: Die Wurfanlage besteht aus der Anlauffläche ( 4 m breit und mindestens 30 m lang), die vom Abwurfbogen (7 m breit) abgeschlossen wird, und dem Wurfsektor, der 29° beträgt. Darin befinden sich Weitenmarkierungen. [3; 73]Speerwurf

 

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