Sprung

1. Allgemein: Bewegungshandlung, bei der durch die Streckkraft der Beine der Körper vom Boden abgestoßen wird mit dem Ziel, eine bestimmte Weite oder Höhe zu erreichen bzw. zu überwinden.

Jeder Sprung gliedert sich in Absprung, Flug und Landung. In Abhängigkeit von der Sportart oder Trainingszielstellung erlangen die einzelnen Phasen eine unterschiedliche Bedeutung. Bei den leichtathletischen Sprung ist der Absprung die bedeutsamste Bewegungsphase. In technisch-kompositorischen Sportarten wie z. B. Turnen, Eiskunstlaufen, Wasserspringen werden in der Flugphase Drehungen um Körperachsen, z. B. Einfach- und Mehrfachsaltos, Schrauben o. ä., ausgeführt. Die Landung soll entsprechend der Wettkampfnorm der jeweiligen Sportart/Disziplin ein sicheres oder treffsicheres Aufkommen gewährleisten und/oder durch entsprechende Körperhaltungen zu einem effektiven Weiten(höhen)gewinn beitragen. Sprünge werden in zahlreichen Sportarten ausgeführt. Übliche Bezeichnungen für Wettkampfdisziplinen sind Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung, Dreisprung, Skisprung, Pferdsprung. Aber auch in anderen Sportarten werden Sprünge unterschiedlicher Art beim Wettkampf ausgeführt, z. B. Sprünge in akrobatischen Reihen beim Bodenturnen, Sprünge im Eiskunstlauf, in der Rhythmischen Sportgymnastik sowie im Wasserspringen. Im Training werden Sprünge in vielfaltigsten Varianten und mit unterschiedlichen Zielstellungen genutzt. Neben den Wettkampfsprüngen werden Sprünge aus dem Stand und aus dem Anlauf sowohl einbeinig (z. B. Dreierhop, Fünfersprung, Einbeinsprung) als auch beidbeinig (z. B. Schlussweitsprung, Hockstrecksprung, Sprung über Hindernisse) in Form von Einzelsprüngen oder Serien, horizontal oder vertikal durchgeführt. Unterschieden werden auch Sprünge von starren Widerlagern (horizontale und vertikale Sprünge in der Leichtathletik, Skisprung, Turmspringen) und von elastischen Widerlagern (Absprung vom Federbrett im Turnen, Wasserspringen). Alle Sprünge aus Anläufen und Seriensprünge enthalten reaktive Elemente (Brems-Beschleunigungs- oder Brems-Streck-Bewegungen). Die typische Form eines reaktiven Sprungs (beidbeinig als auch einbeinig) ist der Nieder-Hoch-Sprung (auch als plyometrischer Sprung oder drop jump bekannt). In Abhängigkeit von der belastungsmethodischen Gestaltung werden Sprünge zur Ausbildung der Schnellkraftfähigkeit, Maximalkraftfähigkeit und Kraftausdauer eingesetzt. Der Begriff Srung wird auch mit anderen Fertigkeiten kombiniert, z. B. in den Sportspielen als Sprungwurf.

2. Eiskunstlauf: Leistungsbestimmendes Element, charakterisiert durch die Phasen Anlauf, Sprungvorbereitung und Absprung, Flugphasen mit Drehungen um die Körperlängenachse und Landung.

Die Sprunghöhe und -weite und der Grad der Längenachsendrehungen in der Flugphase beeinflussen durch ihre Attraktivität die Bewertung. Klassifizierungsmerkmale für Sprünge sind:

  • Art des Absprungs: von einem oder bei getippelten Sprüngen von beiden Beinen (Kantensprünge, getippelte Sprünge)
  • Absprungrichtung: vorwärts (v) oder rückwärts (r)
  • Absprungbogen: auf der Innenkante (einwärts = e) oder auf der Außenkante (auswärts= a) gelaufener Bogen
  • Drehrichtung im Verhältnis zum Absprungbogen (positiv/negativ)
  • Grad der Drehung: 360°, 540°, 720° usw.
  • Art der Landung: mit oder ohne Beinwechsel.

Nach diesen Merkmalen werden die meisten nach ihren Erfindern genannten Sprünge im Eiskunstlauf bestimmt:

Sprung Absprung-
bogen
Drehrich-
tung, Grad der
Drehung 
Lande-
bogen 
 Wechsel
des Ab-
sprung-
beins 
Dreier    va  positiv  180    ra  ja
Axel    va  positiv  540    ra  ja
Axel einwärts    ve  positiv  540    ra  nein
Rittberger    ra  positiv  360    ra  nein
Salchow    re  positiv  360    ra  ja
Toeloop    ra  positiv  360    ra  ja
Lutz    ra  negativ 360    ra  nein
getippter Flip    re  positiv  360    ra  nein

 

 

 

Die in der Tabelle enthaltenen Angaben zum Grad der Längenachsendrehungen gelten für einfache Sprünge. Bei den meisten Sprünge mit Mehrfachdrehungen kommt es infolge des Vordrehens in der Sprungeinleitung und in der Absprungphase zu einer Verringerung des in der Flugphase realisierten Drehwinkels um -90° bis -180°. Dreifachsprünge dürfen in den Kürprogrammen nur zweimal gezeigt werden, während Zweifachsprünge mehrfach wiederholt werden können. Mit vierfacher Drehung wurden bisher nur der Salchow und der Toeloop im Wettkampf gezeigt. Die Verbindung von zwei und mehr Sprüngen wird als  Sprungkombination bezeichnet.

3. Rhythmische Sportgymnastik: Leistungsbestimmende Körpertechnik mit ausgeprägter Flugphase durch Abdruck mit den unteren Extremitäten vom Boden.

Laut Wertungsvorschriften sind Sprünge eine Hauptgruppe der Körpertechniken und Bestandteil jeder Wettkampfübung. Schwierigkeitskriterien sind u. a.

  • Spreiz- und Beugewinkel
  • Umdrehungsgrade in der Flugphase
  • mehrfache Bein-Rumpf-Bewegungen in der Flugphase
  • Sprungkombinationen und -serien.

Die strukturelle Klassifizierung erfolgt nach Merkmalen der Absprung-, Lande- sowie Flugphasengestaltung. Sprünge weisen in ihrer Phasenstruktur auf:

  • eine Anlauf- bzw. Ausholbewegung
  • den Absprung
  • die Flugphase
  • die Landung.

Sprünge werden auch in den Wettkampfübungen des Gerätturnens (Boden, Schwebebalken) als Schwierigkeitselemente gewertet. [3; 61; 64]

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