Zeitverschiebung

Durch die geographische Länge entstehende unterschiedliche Ortszeit im Verhältnis zu der am Wohn- und Trainingsort.
Damit ist oft auch ein veränderter Tag- und -Nacht-Rhythmus verbunden. Der Prozeß der  Wettkampfvorbereitung soll den Sportler befähigen, diese Zeitverschiebung organisch und
psychologisch zu bewältigen. Das ergibt sich aus folgendem: Oft sind Reisen an Wettkampforte erforderlich, die mit zeitlichen Verschiebungen der Tag-und-Nacht-Rhythmik von über 5 bis 6 Stunden verbunden sind. Das bringt eine Veränderung der bisher gewohnten Zeit-Rhythmik mit sich. Die Wettkämpfe liegen dann am Wettkampfort für die angereisten Sportler zeitlich in biologisch ungünstigen Phasen. Deshalb ist eine Umstellung auf die Zeitrhythmik am Wettkampfort erforderlich. Die damit verbundenen biologischen Umstellungsreaktionen nehmen im allgemeinen 4 bis 5 Tage in Anspruch.
Folgende Möglichkeiten für diese Anpassung an die neue Tag-und -Nacht-Rhythmik
bestehen:
– Die Anreise zum Wettkampfort sollte etwa 5 bis 7 Tage vor dem Wettkampfbeginn erfolgen. Unmittelbar nach der Anreise sollte eine sofortige Einstellung des Lebens- und  Trainingsregimes auf die neue Ortszeit erfolgen. Dabei müssen die Umstellungsreaktionen bei der Trainingsbelastung beachtet werden. Dieses Vorgehen hat sich bisher als günstigste
Variante erwiesen
– Stufenweise Anpassung durch Zwischenaufenthalte auf dem Reiseweg zum Wettkampfort. Das erfordert allerdings einen größeren organisatorischen und finanziellen Aufwand; zugleich entsteht das Risiko, daß die speziellen Trainingsbedingungen nicht optimal aufrechterhalten werden können.
Die einfache Verschiebung der entsprechenden Zeit am Heimatort ist wenig sinnvoll, da die biologische Tag-und-NachtRhythmik nicht einfach mit einer Veränderung der Zeit bewältigt werden kann. Vielmehr wird die veränderte Tag-und -Nacht-Rhythmik durch Faktoren des objektiven Tag- und Nachtwerdens, z.B. dem Hell- und Dunkelwerden, bestimmt. Wiederholte Umstellungen auf eine neue Tag- und -Nacht-Rhythmik fallen leichter als Erstumstellungen. Insofern haben erfahrene Sportler, die bereits mehrfach solche Umstellungen realisiert haben, gegenüber Sportlern, die das erste Mal vor eine solche Situation gestellt werden, eindeutige Vorteile. [33; 68]

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