Federball

Ein dem Tennis ähnliches Rückschlagspiel, bei dem zwei Einzelspieler oder zwei Paare (Doppel) einen Federball über ein Netz in die gegnerische Spielfeldhälfte schlagen, wobei der Federball nicht den Boden berühren darf.

Im Doppel ist, außer beim ersten Rückschlag, die Schlagreihenfolge der Partner beliebig.
Der Ursprung des Federballs findet sich vor etwa 2000 Jahren in Indien. In Europa wurde es nach vereinbarten Regeln erstmalig 1872 in dem englischen Badeort Badminton gespielt.
Es wird wettkampfmäßig nur in Hallen betrieben. Alle zwei Jahre werden von der International Badminton Federation (IBF) Weltmeisterschaften ausgetragen. Das Spiel entwickelt vor allem Antritts- und Reaktionsschnelligkeit sowie Konzentrationsausdauer.
Ein Spielfeld ist 13,40 m lang und für Einzelspiele 5,18 m, für Doppelspiele 6,10 m breit. Es wird durch ein parallel zu den Grundlinien verlaufendes Netz, das in der Mitte 1,52 m hoch ist, in zwei gleiche Teile getrennt.
Turnier-Federbälle bestehen aus Kork und Gänsefedern und sind 4,7-5,5 g schwer. Bälle aus Plastmaterial müssen in ihren Eigenschaften den ersteren entsprechen. Der mit Darm- oder Kunstfasersaiten bespannte Schläger ist kleiner als ein Tennisschläger und wiegt nur etwa 130 g.

Zählweise
Im Badminton wird nach Sätzen gespielt. Die seit dem 1. Februar 2006 bei internationalen IBF-Wettkämpfen testweise eingeführte sogenannte Rallypoint-Zählweise (auch Running Score genannt) ist seit der  Generalversammlung der IBF am 6. Mai 2006 in Tokio für alle IBF-Mitgliedsverbände gültig. Im Bereich des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) gilt die neue Zählweise seit dem 1. August 2006, also seit der Saison 2006/2007.
Durch die bis zu diesem Zeitpunkt geltende Regel, dass Punkte nur bei eigenem Aufschlagrecht erzielt werden konnten, variierte die Spieldauer sehr stark, wodurch die Einhaltung eines Spielplanes z. B. bei Turnieren nur schwer zu erreichen war. Bei einem Feldtest während der Dutch International 2006 zeigte sich, dass kurze Spiele im Durchschnitt zwar etwas länger dauern als bei der alten Zählweise, die durchschnittliche Spielzeit sich bei der Rallypoint-Zählweise über ein ganzes Turnier jedoch um ca. 10 Minuten pro Spiel verringert. Insgesamt vereinfacht sich die Planung und Organisation von Turnieren durch die einheitlichere Spieldauer. Ein weiterer Grund für die Einführung der neuen Zählweise war, dass das Verschleppen eines Spielstandes für konditionsschwache Spieler nun nicht mehr möglich ist. Dadurch soll dem Leistungsgedanken vermehrt Rechnung getragen werden. Nicht zuletzt führt auch dies zu einer verkürzten Spielzeit.

Rallypoint-Zählweise
Jede Partei kann unabhängig vom Aufschlag punkten. Es werden zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte je Satz gespielt. Pausenregelung: „Erreicht in einem Satz die führende Partei 11 Punkte, so gibt es eine Pause von maximal einer Minute. Zwischen zwei Sätzen (erstem zu zweiten, bzw. zweitem zu dritten) gibt es eine Pause von jeweils maximal zwei Minuten.“ Eine Partei hat einen Satz gewonnen, wenn sie als erste 21 Punkte erreicht und dabei mindestens 2 Punkte mehr als die gegnerische Partei hat. Bei 20:20 wird das Spiel solange verlängert, bis eine Partei mit 2 Punkten führt oder 30 Punkte erzielt hat. Ein Satzergebnis von 30:29 ist demnach möglich. Für jeden gewonnenen Ballwechsel wird ein Punkt vergeben. Zusätzlich erhält die Partei, die den vorangegangenen Ballwechsel für sich entschieden hat, das Aufschlagsrecht.
Zu Beginn des Spiels wird ausgelost, wer Seitenwahl bzw. den ersten Aufschlag erhält. Eine gängige Methode der Auslosung ist, einen Badmintonball hochzuwerfen oder ihn umgekehrt auf die Netzkante zu legen und fallen zu lassen. Diejenige Partei, zu welcher der Korkfuß des Balles zeigt, darf wählen,

  • ob sie den ersten Aufschlag machen möchte,
  • ob sie den ersten Rückschlag machen möchte oder
  • auf welcher Feldhälfte sie beginnen möchte (Seitenwahl).

Die andere Partei entscheidet sich für eine der verbleibenden Möglichkeiten. Die Auslosung kann statt mit einem Federball auch mit einem anderen Los stattfinden. Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt. Die Partei, die den vorherigen Satz gewonnen hat, hat im folgenden Satz das Aufschlagrecht. Kommt es zu einem dritten Satz, wird erneut die Seite gewechselt, sobald eine der beiden Parteien 11 Punkte erreicht hat. Bei der Seitenwahl ist es aus taktischen Gründen sinnvoll, zunächst auf der Seite mit der „schlechteren“ Sicht zu spielen, weil man dann in der Schlussphase eines möglichen dritten Satzes auf der wieder „besseren“ Seite spielen darf.

Die in anderen Rückschlagspielen weitgehend unbekannte Regelung, sich zwischen erstem Aufschlag und erstem Rückschlag entscheiden zu dürfen, hatte hauptsächlich nach der früheren Zählweise in den Doppeldisziplinen ihren Sinn, als man Punkte nur bei Besitz des Aufschlagrechts erzielen konnte. Eine weitere Neuerung ist die Erweiterung der Coaching-Regel. Ein am Feld sitzender Coach darf nun auch zwischen den Ballwechseln seinem Spieler durch Zuruf Ratschläge erteilen. Dies darf jedoch nicht den Gegner stören und darf auch nicht während eines laufenden Ballwechsels passieren.

Frühere Zählweise
Bis zum 31. Juli 2006 konnte ein Punkt nur von der Partei erzielt werden, die auch den Aufschlag ausführt. Machte die aufschlagende Partei einen Fehler, verlor sie ein Aufschlagsrecht. Beim Doppel hatte jede Partei zwei Aufschlagsrechte: eins pro Spieler, beginnend bei dem Spieler, der zu diesem Zeitpunkt rechts stand. Ausnahme: Bei einem Fehler nach dem allerersten Aufschlag eines Satzes wechselte das Aufschlagsrecht direkt zur gegnerischen Partei.
Ein Satz galt in der Regel als gewonnen, wenn eine Partei 15 Punkte erlangt hatte (Ausnahme: im Damen-Einzel auf 11). Ein Spiel war gewonnen, wenn eine Partei zwei Sätze für sich entschied. Nach jedem Satz erfolgte Seitenwechsel. Bei einem Entscheidungssatz (3. Satz) wurde die Seite gewechselt, wenn eine Partei 8 (im Damen-Einzel 6) Punkte erreicht hatte.
Sonderregel „Verlängerung“: Bei einem Spielstand von 14:14 konnte die Partei auf 17 (im Damen-Einzel von 10:10 auf 13) verlängern, die den Spielstand von 14 (bzw. 10 im Dameneinzel) Punkten zuerst erreicht hatte. Wurde auf dieses Recht verzichtet, dann endete das Spiel bei 15 Punkten (11 Punkten).

Wie beim Tennis unterscheidet man Vorhand- und Rückhandschläge sowie vier grundlegende Schlagvarianten: Treibball, Überflugball, Stoppball und Schmetterball. [12]

= Badminton

Federball
Federball-Spielfeld mit verbindlichen Maßen

Badminton bei Wikipedia

Spielregeln

2 thoughts on “Federball

  1. Die Badminton Seite sollte dringends überarbeitet werden. Die Wertung findet zumindest in allen Turnieren Deutschlands so statt: 2 Gewinnsätze bis 21 Punkte. Egal welches Geschlecht, egal ob Doppel, Einzel oder Mixed. Somit kann beispielsweise ein Spiel in 2 Sätzen für den Spieler A 21:15 und 21: 7 ausgehen oder ein knappes Spiel in 3 Sätzen zu 21:15; 13:21 und 21:16 ausgehen.

    1. regner sagt:

      Ja, das ist wohl so. Danke für den Hinweis. Die Regeln in den einzelnen Sportarten sind sehr dynamisch. deshalb versuchen wir zukünftig auch auf verläßliche Quellen zu verweisen, wo diese Dynamik abgebildet wird. Leider haben wir keine Möglichkeit alle aktuellen Entwicklungen nachzuvollziehen.

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