Situationstraining

Form des strategisch-taktischen Trainings, mit dem beabsichtigt wird, Assoziationen zwischen analysierten bzw. antizipierten Wettkampfsituationen und zur Situationslösung erforderlichen Handlungen auszubilden.

Die Gemeinsamkeit und Gleichzeitigkeit der in der Situation aufgenommenen Reiz (auch Signal-, Informations- oder Merkmals-vielfalt wird bei Wiederholung derselben Struktur verstärkt und in Verbindung mit zugehörigen Handlungen zunehmend fixiert. Derartige Assoziationen müssen im Wettkampf nicht bewusst werden, es bedarf vielmehr eines speziellen Willensaktes, sich beim Handeln die einzelnen Situationsmerkmale bewusst zu machen. Ziel eines strategisch orientiertenSituationstrainings ist es, die einzelnen Situations-Handlungs-Assoziationen zu Handlungsketten und Handlungskomplexen weiterzuentwickeln. Neben dem Vorteil einer deutlich schnelleren Handlungsfähigkeit bei derartigen Assoziationen besteht die Gefahr, dass der Gegner diese Eigenheit erkennt und durch taktische Maßnahmen, besonders durch Finten und Scheinhandlungen, diese assoziativen Handlungen provoziert und in zweiter oder indirekter Absicht agiert. Im Kampfsport wird z. B. ein Angriff, mit dem man direkt – in erster Absicht – Erfolg haben würde, nicht ausgeführt, um den Gegner zu einer im Situationstraining antrainierten (automatisierten) Verteidigungshandlung zu veranlassen, die von ihm antizipiert wird und damit erfolgreich zum eigenen Vorteil – in zweiter Absicht- genutzt werden kann. Situationstraining muss in enger Wechselwirkung von theoretischer und praktischer Ausbildung durchgeführt werden. Entsprechend dem unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Lösung der Aufgaben in der Wettkampfsituation ist auch im Situationstraining nach methodischen Stufen vorzugehen. Das Situationstraining kann zur Erlernung, Vervollkommnung und Stabilisierung der individuellen und kollektiv-taktischen Verhaltensweisen eingesetzt werden. [2; 18]

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