Kompensation psychische

Ersatz- oder Ausgleichsbemühungen, um erlebte Defizite im Leistungs- und Sozialbereich zu beheben.

Nicht selten wird ein durch physische Faktoren (Körpergröße, Aussehen, Dauerschäden) oder psychische Besonderheiten (Hemmung, Partnerbeziehungen, Erziehungssituation) verursachter Mangel auf anderen Gebieten nicht nur auszugleichen versucht, sondern mit überhöhten Ansprüchen, unrealen Wünschen und demonstrativen Verhaltensweisen überspielt und verlagert. Da die Realisierbarkeit dieser Erwartungen objektiv schwer und nicht selten unmöglich ist, führen die zwangsläufig eintretenden Mißerfolgserlebnisse über einen Teufelskreis zur zusätzlichen Verstärkung und Verfestigung von Minderwertigkeitsgefühlen und Lebenskrisen. Mitglieder von Trainingsgruppen und Mannschaften können persönliche Bedürfnisbehinderungen (ausbleibender Leistungserfolg, soziale Geringschätzung, häufiges Anspielen auf persönliche Schwachstellen, Außenseiterrolle) mit Kompensationsreaktionen beantworten. Da diese Prozesse zwangsläufig ein Mißverhältnis von Selbstbild und Fremdbild einschließen, fördern sie soziale Spannungen, begünstigen Mißverständnisse und belasten das Gruppenklima. [44]

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