Muskelkraft

1. Durch Kontraktion der Fasern des Muskels in Längsrichtung entstehende innere Kraft (Zugkraft des Muskels), die über veränderliche Abstände zu den Drehachsen in den Gelenken entsprechende Drehmomente (Muskelkraftmoment) hervorruft.

2. Summarisch der Betrag einer in vorgegebener Richtung meßbaren Kraft infolge Muskelkontraktionen (ist kausal durch (1) bedingt).

Muskelkraft zu entwickeln ist eine wichtige Fähigkeit des Menschen. Sie ist die Ursache für die Ausführbarkeit von sportlichen Bewegungen. Auf ihre Steuerung und/oder Vergrößerung ist das motorische Lernen im Sportunterricht, das Training im Leistungssport, das Üben in der Therapie und Rehabilitation und die Bewegung im Freizeitsport gerichtet. Zur Kennzeichnung der Muskelkraft als Fähigkeit des Menschen wurden in der Vergangenheit Begriffe verwendet (z. B. Maximalkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer), die sich auf die Muskelkraft (2) stützen. Dabei ergaben sich oft wissenschaftstheoretische Schwierigkeiten (z.B. Definition nicht widerspruchsfrei) und Probleme in der Praxisanwendung (z.B. Meßwerte nicht reproduzierbar).

Die biomechanische Modellierung hat die Beschreibung der Muskelkraft (1.) im inneren des menschlichen Körpers ermöglicht. Danach ist die Muskelkraft (1.) durch (mindestens) vier Parameter ( 1. isometrische Kraft, 2. maximale mögliche Kontraktionsgeschwindigkeit, 3. maximale mögliche Leistungsabgabe der einzelnen Muskelfasern, 4. Anzahl der kontrahierenden Fasern) und die Funktion der Kautraktionsgeschwindigkeit erfaßbar. Die Parameter beschreiben Fähigkeiten des Menschen. Sie erfassen solche Eigenschaften quantitativ, die durch Maximalkraftfähigkeit, Schnellkraftfähigkeit usw. beschrieben werden sollen.

Bei Kenntnis der anatomischen Bedingungen lassen sich Muskelkraft (1) und M. (2.) in einander umrechnen. [67]

 

 

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