Stretching

Methoden des gezielten, schonenden Dehnens mit Dehnungsübungen, die den Streckreflex umgehen und den Antistreckreflex bewusst nutzen.

Stretching hat in den letzten beiden Jahrzehnten verstärkt Eingang in das sportliche Training gefunden. Von der Vielzahl der bekanntgewordenen Varianten seien die folgenden hervorgehoben:

  • zähes Dehnen oder passives Ausziehen- ein Umgehen des Streckreflexes und Tonusreduzierung durch“einschleichendes“ Dehnen; nach aktiver oder passiver Einnahme einer Dehnungsstellung (easy stretch) und Verharren in der Extremlage (10-30 s) erfolgt ein Nachdehnen mit nochmaligem Verharren
  • Dehnung mit Eigenhemmung (postisometrische Dehnung) – eine Nutzung des Antistreckreflexes, der postkontraktilen Hemmung; eine isometrische Kontraktion mit hoher Anspannung führt über den Antistreckrefelex zur Relaxation, die bei nachfolgender Dehnung des zuvor kontrahierten Muskels durch den verringerten Widerstand eine größere Amplitude ermöglicht – Dehnung mit reziproker Inhibition (mit der entgegenwirkenden Methode) – eine Nutzung der Antagonistenhemmung durch isometrische Kontraktion der Antagonisten der zu dehnenden Muskelgruppe mit hoher Anspannung erfolgt eine Entspannung der zu dehnenden Seite aufgrund des Mechanismus der reziproken Innervation; dies ermöglicht bei der nachfolgenden Dehnung aufgrund einer kurzzeitigen Nachwirkung der Entspannung eine weitergehende Exkursion
  • die PNF-Methode (proprioceptive neuromuscular facilitoring), dem Wesen nach eine Dehnung mit Eigenhemmung, kombiniert mit zähem Dehnen; nach möglichst weitgehender passiver Dehnung erfolgt eine isometrische Kontraktion der zu dehnenden Muskulatur gegen den jeweiligen Widerstand (Partner; festes Gerät. Angaben schwanken zwischen 6 und 30 s); nach kurzzeitiger Entspannung (2- 4 s) erfolgt erneute passive Dehnung. [62]

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