Lernschrittmethode

Verfahren zum Erlernen komplexer Bewegungsabläufe in einzelnen Teilschritten. Ausgehend von didaktischen und informationstheoretischen Erwägungen besteht der Grundgedanke der Lernschrittmethode darin, die sehr komplexe Lernaufgabe, komplizierte  Bewegungsaufgaben, u. a. Turnelemente und Sprünge zu erlernen, in faßliche Lernschritte, zu gliedern und mit Hilfe eines umfangreichen Repertoires methodischer Übungen zu erlernen. Dabei sind zwei Ebenen zu betrachten:
(1) Der Weg zu komplizierten Elementen ist immer durch eine Folge von Elementen gekennzeichnet, die aufeinander aufbauen und sich durch die Zahl der Bewegungsabschnitte und die Ausführungsbedingungen voneinander unterscheiden. Zuerst werden die Elemente erlernt, die am Anfang dieser Folge stehen (Anfangselemente) oder die besonders wichtig für das Erlernen der nachfolgenden Elemente sind, weil mit ihnen wesentliche technische Merkmale herausgebildet werden können. Insofern stützt sich die Lernschrittmethode zum Beispiel im Gerätturnen auf begründete Auffassungen über den Wert einzelner Elemente für das Erlernen weiterer bewegungsverwandter Elemente dieser Klasse. (Basisfertigkeiten, profilbestimmende Elemente, Fundamentalübungen).
(2) Das Erlernen einzelner Elemente in dieser Stufenfolge wird über das Herauslösen neuer Bewegungsabschnitte und das Bestimmen neuer Anforderungen vorgenommen, die als Lernschritte mit Hilfe methodischer Übungen erlernt und, sobald sie mit einer ausreichenden Technik beherrscht werden, zu komplexeren Abschnitten zusammengefügt werden, bis das Zielelement als letzter Schritt dieser Lernschritte selbst trainiert wird. Der weitere Vervollkommnungsprozeß ist ebenfalls als Lernschrittfolge zu gestalten. [61]

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