Selbständigkeit

Verlaufsqualität der Tätigkeit des Individuums, aus eigenem Antrieb und eigener Verantwortung zu denken, zu handeln, sich bestimmte Aufgaben zu stellen sowie dem eigenen Handeln und Verhalten Richtung zu verleihen.

Selbständigkeit des Sporttreibenden beruht auf Kenntnis von Anforderungen und Bedingungen seiner Tätigkeit in unterschiedlichen Sportarten und Bereichen des Sports (z. B. Freizeit- und Breitensport, Leistungssport und Behindertensport), umfaßt das Beherrschen von Verfahren und Methoden für deren Bewältigung sowie das Vermögen, eigene Ziele in ihren generellen sowie aktuellen Bezügen zu sich ändernden konkreten Tätigkeitsbedingungen in Übereinstimmung zu bringen bzw. auch neue Verfahren zur Anforderungsbewältigung zu entwerfen. Im Sport ist Selbständigkeit ein komplexes erzieherisches Anliegen, dessen Verwirklichung sich in der Befähigung des Heranwachsenden vollzieht,

  • sich in Abhängigkeit von den ständig ändernden Tätigkeitsbedingungen und -anforderungen im Sport, zunehmend eigene Aufgaben zu stellen bzw. Ziele zu setzen
  • immer besser eigene Lösungsvarianten zu entwerfen und sich für eine bedingungs- und anforderungsadäquate Variante zu entscheiden
  • eigene Ergebnisse des Handelns und der Tätigkeit im Sport kritisch zu bewerten und zunehmend eigenständig zu kontrollieren, einschließlich der Ableitung entsprechender Folgerungen.

Selbständigkeit im Denken und Handeln äußert sich hierbei in unterschiedlichen Aneignungsgraden, im reproduktiv-selbständigen sowie selbständig-schöpferischen und bewußten Denken und Handeln. Selbständigkeit ist eine Verlaufsqualität der menschlichen Tätigkeit, die mit anderen psychischen Vorgängen wechselseitig verknüpft und ihnen immanent ist. Sie entwickelt sich im Ergebnis der tätigen Auseinandersetzung des Menschen mit den Bedingungen und Anforderungen der sozialen und natürlichen Umwelt. Selbständigkeit wird dabei in dem Maße zu einer Verlaufsqualität der Tätigkeit des Sporttreibenden, wie sie im Ergebnis der Lösung von Aufgaben in vorangegangenen Situationen in Verbindung mit hierbei ausgebildeten Handlungsverfahren entsteht und bei einer erneuten Bewältigung von Anforderungen in ähnlichen oder anderen Situationen aktualisiert und angewendet wird und sich verfestigt. [65]

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