Bewegungserfahrung

Gespeicherte Informationen über die eigene motorische Tätigkeit im Lebensvollzug des Menschen.

Sie können unter Nutzung aller psychischen Regulationsebenen gewonnen werden und sind aktuell aus dem Bewegungsgedächtnis abrufbar. Bewegungserfahrungen basieren auf Wissen und Können bei der Aneignung situationsgebundener motorischer Verhaltensweisen, motorischer Fertigkeiten sowie konditioneller und koordinativer Fähigkeiten. Bewegungserfahrungen erwirbt sich der Mensch im Alltag von Geburt an; eine besondere Rolle nehmen das Spiel, berufliche Tätigkeiten und der Sport ein. Ausbildungsprozesse im Sport sind wesentlich darauf gerichtet, Bewegungserfahrung  systematisch zu vermitteln. Eine besonders bedeutsame Position nimmt dabei das Ansprechen, Aktivieren und Vervollkommnen sensornotorischer Prozesse (Sensomotorik) in Einheit mit der motorischen Ausführung einer Bewegung ein. Durch bewußtes Erleben der Bewegung und die Vielfalt gestellter Bewegungsaufgaben sowie die damit verbundenen kognitiven und emotional-motivationalen Prozesse werden Bewegungserfahrung erweitert, vertieft und differenziert. Das steht in Zusammenhang mit der Entwicklung von Bewegungsempfindungen, Bewegungswahrnehmungen und Bewegungsvorstellungen. Die Gestaltung positiver emotional-motivationaler Bedingungen beim Lösen von Bewegungsaufgaben aktiviert physiologische Vorgänge (Freisetzung von Transmittern), die die Speicherung aktueller Bewegungserfahrungen im Gedächtnis fördern. Bewegungserfahrung von Sportler und Trainer sind entscheidene Voraussetzung ihres Informationsaustausches bzw. der Informationsgestaltung in sportlichen Ausbildungsprozessen. Eine breite Vermittlung von Bewegungserfahrungen ist besonders im Vorschul- und Schulkindalter von Bedeutung. Für Trainer, Sportler und Übungsleiter sind eigene Bewegungserfahrungen wichtige Grundlagen ihrer methodischen Befähigung (u. a. auch der Bewegungsbeobachtung). [19; 40]

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