Bewegungsgefühl

Globale, spezialisierte Wahrnehmung des gesamten Bewegungsablaufes bzw. einzelner Teile der Bewegung, insbesondere auf der Grundlage kinästhetischer Empfindungen über propriarezeptive Analysatoren (Bewegungswahrnehmung).

Der Begriff Bewegungsgefühl ist wissenschaftlich nicht exakt, hat aber in der Sprache von Trainern und Sportlern einen festen Platz. Primär beruht das Bewegungsgefühl auf Empfindungen und Wahrnehmungen (kognitiver Aspekt), die allerdings einen sehr ganzheitlichen und weniger differenziert-analytischen Charakter tragen. Des weiteren drückt sich im Bewegungsgefühl das erlebte Aufwand-Nutzen-Verhältnis bei der Lösung sportspezifischer Bewegungsanforderungen bzw. -aufgaben aus. Der Sportler erlebt das „Gelingen“ (bzw. „Nichtgelingen“) einer Bewegung, was gleichzeitig mit starken Emotionen verbunden ist (emotionaler Aspekt). Diese komplexe Erlebnisqualität hat wiederum großen Einfluß auf die aktuellen Regulationsmöglichkeiten im Handlungsverlauf (Handlungssicherheit und -motivation). Für die Ausbildung des Bewegungsgefühls und seine Trainierbarkeit ergeben sich zwei wesentliche Ansätze. Zum einen führen umfangreiche allgemeine und sportartspezifische Bewegungserfahrungen zu einer Vertiefung und Sensibilisierung der Bewegungswahrnehmung und damit des Bewegungsgefühls. Zum anderen ist es vom psychophysischen Zustand abhängig; eine permanente belastungsmäßige Überforderung (physisch, psychisch) zerstört das Bewegungsgefühl bzw. verhindert seine Entwicklung. Durch eine optimale Belastungsgestaltung sowie eine anforderungs- und individuumsbezogene psychoregulative Leistungsvorbereitung (psychologisches Training) kann das Bewegungsgefühl aktuell beeinflußt werden. Merkmale eines ausgeprägten Bewegungsgefühls sind vor allem Lockerheit, erlebte Bewegungsharmonie (flüssige, harmonische Verbindung einzelner Teilbewegungen oder Bewegungsphasen), Druck- und Zuggefühl, das Gefühl für eine differenzierte muskuläre An- und Entspannung sowie das Raum- und Zeitgefühl (Geschwindigkeitsgefühl und Timing). Sportartspezifische Erlebnisformen sind Wassergefühl, Ballgefühl, Laufgefühl u. ä. [40]

Bewegungsempfinden

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