Training psychologisches

Systematisches Ausbilden und Optimieren psychischer und psychophysischer Voraussetzungen der sportlichen Leistungsfähigkeit einer Person und/oder Gruppe mit Hilfe psychologischer Methoden zur anforderungsspezifischen Erweiterung und Stabilisierung der individuellen Handlungsfähigkeit.
Konzepte und Verfahren zum Training psychischer Voraussetzungen und  Verhaltensgrundlagen wurden (und werden) in der Psychololgie und anderen  sozialwissenschaftlichen Disziplinen für zahlreiche Tätigkeitsbereiche bzw. Problemfelder entwickelt. T. im Sport ist vorrangig auf eine ganz spezielle Leistung ausgerichtet; es ist tätigkeitsorientiert und individuumbezogen. Besondere Charakteristika ergeben sich aus der Möglichkeit, das sportliche und psychologische T. zu kombinieren bzw. aufeinander zu beziehen. Methodisch bedeutsam ist, daß der Sportler zu aktivem Lernen motiviert und befahigt wird, d.h., daß in erster Linie seine Selbsterfahrung organisiert wird. Ein wesentliches Ziel besteht darin, daß er Einsicht in die eigenen Handlungsgrundlagen und deren Wechselwirkungen mit den Tätigkeitsanforderungen/-bedingungen gewinnt.
Schwerpunkte des T. sind vor allem: ( 1) Bewältigung psychischer Belastung, insbesondere in Verbindung mit der Wettkampfleistung (Vorstartregulation, Aktivierung, Beseitigung von Angst und anderen leistungshemmenden Faktoren u.ä.); (2) Trainieren von Bewegungswahrnehmung und -vorstellungzur Effektivierung des Techniktrainings; (3) bewußtes Hervorrufen eines leistungsfördernden Konzentrationszustandes, zur
Vorbereitung von Leistungen und im Leistungsverlauf (Fokussieren, Visualisieren u.ä.); (4) Training der Selbstmotivierung und Zielbildung (Selbstbefehle, formelhafte Vorsatzbildung, Teilziele erarbeiten, Motivationsanalyse u.ä.); (5) Verbesserung der psychophysischen Wiederherstellung nach Belastung bzw. der Belastungsregulation (durch Einsatz psychoregulativer Methoden wie z.B. autogenes Training, progressive Muskelrelaxation u.a.); (6) Training von Handlungsstrategien für die schnelle und richtige Bewältigung situativer Anforderungen (situatives Training, Handlungspläne u.ä.); (7) Training sozialen Verhaltens zur Verbesserung von Kooperation und Kommunikation (Verhaltenstraining für
Sportler und Trainer).
T. muß theoretisch-methodologisch fundiert sein (psychologische  Beeinflussungskonzeption) und in den sportlichen Trainingsprozeß inhaltlich sowie organisatorisch gut integriert werden. Voraussetzung eines erfolgreichen T. sind Anforderungsanalysen und individuelle Diagnostik zur Festlegung von Trainingszielen. Die Grundmethodik ergibt sich vor allem aus den unterschiedlichen mentalen und psychoregulativen Trainingsformen. Programme des T. enthalten in der Regel Entspannungs- und Konzentrationsübungen, Bewegungsvorstellungen bzw. situative
Vorstellungen (situatives Training), kombiniert mit der realen Bewegungs- bzw.
Handlungsausführung, die Aktualisierung von Handlungsstrategien (Handlungspläne) sowie Aspekte der Selbstmotivierung (Selbstbefehle ). T. im Sport wurde insbesondere im Leistungssport entwickelt. Neue Ansätze und Konzepte für den Freizeit-, Gesundheits-
und Rehabilitationssport bilden sich heraus. [40]

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